Die Einführung des Rettungssanitäter Plus als erweiterte Qualifikation: Analyse der Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Rettungsassistenten sowie ihrer Bedeutung

Nach monatelanger Planung haben wir die Weiterbildung zum Rettungssanitäter Plus erfolgreich auf unserer Internetseite im Rahmen einer Voranmeldung zugänglich gemacht. Wir haben zudem erfolgreich einen ersten Testlauf mit sieben Absolventen abgeschlossen und sind nun bereit, die Weiterbildung zu starten.

Die Wandlung zum Notfallsanitäter bekräftigt die Idee
Die Transformation zum Notfallsanitäter bekräftigt die bestehenden Herausforderungen in der Rettungsbranche hinsichtlich Personalmangels. Bereits vor der Einführung der Berufsausbildung zum Notfallsanitäter kämpften Arbeitgeber um jeden verfügbaren Rettungsassistenten, und diese Problematik besteht weiterhin bei der Rekrutierung von Notfallsanitätern. Es ist eine Tatsache, dass die vollständige Ausbildung zum Notfallsanitäter ohne Abkürzung drei Jahre dauert. Diese Ausbildung ist von hoher Qualität, und obwohl eine Diskussion darüber besteht, ob eine Verlängerung der Ausbildung letztendlich wirklich notwendig war, gibt es keine Einwände gegen ihre hohe Qualität. Im Vergleich dazu ist das österreichische System, welches Rettungssanitäter und Notfallsanitäter definiert, wesentlich kürzer in der Ausbildungsdauer, jedoch liefert es in enger Zusammenarbeit mit Notärzten und Hausärzten einen sehr guten Versorgungsstandard.

Upgrade für den Assistenten ,,Rettungssanitäter"
Durch die Einführung einer neuen Berufsausbildung, die sich am internationalen Paramedic-System orientiert, hat sich der fachliche Abstand zwischen dem Rettungssanitäter, der üblicherweise als Maschinist und Assistent auf dem Rettungswagen agiert, und dem Notfallsanitäter, der in diesem Fall als Transportverantwortlicher tätig ist, vergrößert. Bei der Reformierung des Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter wurde der Rettungssanitäter vollständig ausgeklammert, und es gab bis heute keine bundeseinheitliche Anpassung des 520-stündigen Rettungssanitäter-Programms. Das Beschweren über den als minderwertig angesehenen Ausbildungsstandard gegenüber den Notfallsanitätern und Ärzten nimmt immer weiter zu, weshalb das hausgemachte Problem endlich angegangen werden sollte.

Die Ausbildung zum Rettungssanitäter Plus wertet erfahrene Rettungssanitäter nicht nur auf, sondern verleiht ihnen auch mehr Handlungskompetenz und entlastet den Notfallsanitäter, der bei wirklichen Notfällen dringender benötigt wird. Kürzlich hat das Land Berlin angekündigt, Rettungssanitäter mit Zusatzqualifikation als Maschinist auf dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) wieder zuzulassen, um dem Mangel an Notfallsanitätern auf dem Rettungswagen entgegenzuwirken. Die befürchtete verminderte ärztliche Versorgung wird jedoch höchstwahrscheinlich nicht reproduziert werden können, da die Tätigkeit eines Rettungssanitäters auf einem NEF keine neue Erfindung ist und sich in anderen Bundesländern bereits früher und auch heute noch bewährt hat.

Die Ähnlichkeit tendiert zum alten Rettungsassistenten
Es ist unbestreitbar, dass der Rettungssanitäter Plus gestalterisch dem Rettungsassistenten ähnlich ist. Ich betone jedoch vorsichtig das Wort "Ähnlichkeit". Da ein Rettungssanitäter Plus in der Lage ist, das Primärrettungsmittel Notfallkrankentransportwagen zu besetzen, sehe ich hier ein deutliches Upgrade, welches durch eine sorgfältige Filterung und Nachschulung erfahrener Rettungssanitäter intensiver in die Primärrettung einbindet. Die Anwendung von pharmakologischen Therapien und allgemeinen invasiven Maßnahmen übersteigt sogar die frühere Kompetenz der Rettungsassistenten. Dies verstärkt allmählich die Vermutung, dass die akute Personalproblematik lediglich schöngefärbt wird. Warum ist es sonst möglich, die zweithöchste nichtärztliche Qualifikation aufzuwerten und mit mehr/gleichen Kompetenzen zu versehen als die abgeschaffte Berufsausbildung der Rettungsassistenten?

 

Es ist sinnvoll, auf gut ausgebildete Rettungssanitäter zurückzugreifen, um sicherzustellen, dass das deutsche Rettungsdienstsystem stabil bleibt. Wenn das Personal nicht den Anforderungen entspricht oder falsch eingesetzt wird, könnten die Primärrettungsmittel möglicherweise nicht mehr gesetzeskonform besetzt werden. Aus diesem Grund stellt die Entwicklung des "Plussers" einen wichtigen Schritt nach vorn dar.

Über den Autor
Christopher Kern, MedPäd i.S. RM ist Bildungsexperte für Rettungsmedizin und Schulleiter an der KERN Bildungsgesellschaft. Seine Leidenschaft sind prägnante und aussagekräftige Blogbeiträge, um das Angebot der KERN Bildungsgesellschaft mit fundierten Informationen zu beleuchten und Schwerpunktthemen zu behandeln. Herr Kern beschäftigt sich in seinen Beiträgen auch mit pädagogischen Strategien für eine optimierte Lehre im Bereich Rettungsmedizin.